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Goch-Asperden
Saisonstart im Gocher Krippenparadies

Goch-Asperden: Saisonstart im Gocher Krippenparadies
Maria und Josef im Flaschenboden - auch die sogenannten "Eingericht"-Krippen gehören zur Sammlung. FOTO: EVERS
Goch-Asperden. Seit dem Wochenende ist die rund 500 Krippen umfassende Ausstellung von Theo Erps in Asperden wieder regelmäßig geöffnet. Die Sammmelleidenschaft des Gochers wurde 1992 geweckt.

Auf den ersten Blick sieht das Eckhaus im Gocher Ortsteil Asperden eher unspektakulär aus. Ein zweiter Blick zeigt, dass in den Schaufenstern Krippenfiguren stehen. Doch die eigentliche Überraschung wartet auf den Besucher, wenn er die Tür öffnet: sie gibt den Blick frei auf eine am Niederrhein in ihrer Art wohl einzigartige Krippensammlung. Mittendrin steht Theo Erps, 68 Jahre alt, "und schon seit der Kindheit von Krippen begeistert", wie er mit breitem Lächeln erzählt. Hier, in seiner Sammlung, fühlt er sich wohl, das merkt man bei jeder Geschichte, die er über seine Krippen berichten kann. Und da gibt es viel zu sagen, denn im Laufe der vergangenen Jahre hat Erps "weit mehr als 500 Krippen" gesammelt.

Das Ladenlokal ist zur ständigen Ausstellungsfläche geworden. Selbst im Hochsommer kommen Besucher, um sich die Krippensammlung von Erps - die er "Krippenparadies Gocher Land" genannt hat - anzuschauen. Für Erps ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen. Wobei diese Entwicklung zunächst überhaupt nicht geplant war.

Alles begann, erinnert sich Erps, im Winter 1992. Damals hatte er den Entschluss gefasst, sich den Grundstock für eine eigene Krippe zu kaufen, die er dann Jahr für Jahr ein Stück erweitern wollte. Auf dem Münsteraner Weihnachtsmarkt traf er einen Händler und war überwältigt von der Vielzahl der Krippen. Bevor er sich entscheide, riet ihm der Händler damals, solle er sich zunächst in Ruhe verschiedene Krippen ansehen. Die Einladung zur Ausstellung nach Münster folgte, und so entschied sich Erps dann ein Jahr später für seine ersten Figuren: die Heilige Familie, aus Ahorn, 20 Zentimeter groß, in einem kleinen Stall.

Von da an wuchs die Krippe beständig, nach einigen Jahren musste immer zur Weihnachtszeit ein ganzes Zimmer leer geräumt werden, damit die mittlerweile zur ganzen Landschaft angewachsene Krippe überhaupt noch Platz finden konnte. Und weitere Krippen kamen hinzu.

2008 mietete Erps ein kleines Ladenlokal im Gocher Ortsteil Kessel, das aber auch bald seine Kapazitätsgrenzen erreichte. Seit knapp drei Jahren nun kann der Sammler seine Schmuckstücke in Asperden zeigen.

Das tut er mit Begeisterung: "Wenn die Leute zu uns kommen und sich die Krippen anschauen möchten, dann freuen wir uns", sagt er. Mit "uns" meint er sich und seine Ehefrau Monika, die einen wichtigen Beitrag zur gelungenen Präsentation der Ausstellung leistet. "Wenn die Partnerin da nicht mitspielen würde, dann ginge das nicht", sagt Erps.

"Manche Menschen sagen mir, dass sie keinen Platz für eine Krippe haben", sagt Erps und lacht kurz. Dann zeigt er auf einen der vielen Setzkästen, die entlang der Wände hängen und voller Miniaturkrippen sind. Einige sind so winzig, dass drei Stück auf die Fläche einer kleinen Geldmünze passen würden.

Deutlich größer sind da die Kunststoff-Figuren direkt am Eingang, die sowohl im Haus als auch draußen aufgebaut werden können. Das wiederum sollte man bei den empfindlichen Gipsfiguren besser vermeiden. Überhaupt scheinen dem Material, aus dem die Heilige Familie, Ochs', Esel, Engel und Hirten gefertigt sind, keine Grenzen gesetzt. Neben Holz, Gips und Kunststoff gibt es Figuren aus Wachs, aus Papier, aus alten Blechdosen, sogar aus Zündkerzen. Es gibt Krippen von den Philippinen, aus Mali und Peru, Simbabwe und Burkina Faso. Überall wird die Geschichte vom Kind im Stall bildlich dargestellt, in immer neuen Variationen.

Die Krippenausstellung in Goch-Asperden, Graefenthalstraße 15, ist bis Mitte Januar an jedem Sonntag von 13 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, an Feiertagen nur nach telefonischer Voranmeldung. Telefonisch können unter der Nummer 02823 9763274 auch andere Termine vereinbart werden.